Eine Eklipsenphase voller Wendungen: Mondfinsternis in Fische

Die intensivste Phase einer aussergewöhnlichen Eklipsenzeit nähert sich ihrem Ende. Eklipsen können wie eine Art Initiationszeit für innere oder äussere Shifts wirken. Etwas verschiebt sich, eine Erkenntnis taucht auf, eine Begegnung bringt etwas ins Rollen oder eine Situation entwickelt plötzlich eine ganz andere Dynamik.
Und manchmal verstehen wir erst Monate später: Ah, dort hat es angefangen.
Die Sonnenfinsternis vom 12. August fand im feurigen Löwen statt. Es ging um Sichtbarkeit, Lebendigkeit, Ausdruck und Selbstverwirklichung – und darum, was möglicherweise gehen muss, damit wieder mehr von unserer eigenen schöpferischen Kraft durchkommen kann.
Nun folgte mit der Mondfinsternis in Fische vom 28. August die zweite und letzte Finsternis dieser Eklipsensaison. Und ihre Qualität könnte kaum unterschiedlicher sein.
Vom Feuer gehen wir ins Wasser. Von der Bühne in die Tiefe und vom Ausdruck zur Verarbeitung.
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Diese Eklipsenphase hatte es in sich
Finsternisse gelten in der Astrologie seit langer Zeit als besondere Wendepunkte.
Sie können Entwicklungen verdichten oder beschleunigen und etwas an die Oberfläche bringen, das bereits länger vorbereitet wurde. Manchmal verändert sich das bisherige Bühnenbild dabei ziemlich abrupt.

Diese August-Eklipsenphase war auffallend aufrüttelnd bis erschütternd. In der Mundanastrologie (Astrologie des Weltgeschehens) werden Eklipsen durchaus auch mit Naturkatastrophen in zeitlichen Zusammenhang gebracht, besonders innerhalb einer ohnehin stark aufgeladenen astrologischen Zeit. Es gibt Mundan-Astrologen wie beispielsweise Claude Weiss, die sich auf die Erforschung solcher Zusammenhänge spezialisiert haben.
Am 10. August, zwei Tage vor der Sonnenfinsternis, erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 Kolumbien.
In der Nacht vom 14. auf den 15. August folgte ein Beben der Stärke 7,7 nahe der indonesischen Insel Flores.
Am 26. August, nur zwei Tage vor der Mondfinsternis, löste ein gewaltiger Kollaps von Fels- und Gletschermassen im Grenzgebiet von Nepal und Tibet eine verheerende Flutkatastrophe aus.
Die Eklipsenphase war auch von bemerkenswerten Abschieden geprägt, etwa durch den Tod der Schauspielerin Hayden Panettiere und der Country-Ikone Dolly Parton.
Eklipsen zeigen sich aber keineswegs nur durch Krisen und Abschiede.
Manchmal markieren sie einen Durchbruch.
Nur wenige Stunden vor der Mondfinsternis wurden am Weltklasse-Meeting in Zürich gleich zwei Weltrekorde aufgestellt: Alison dos Santos lief über 400 Meter Hürden 45,80 Sekunden, Masai Russell über 100 Meter Hürden unglaubliche 12,09 Sekunden.
Ich schaute die Übertragung im SRF. Immer wieder wurde der grosse rötliche Mond eingeblendet.
Und nach ihrem Weltrekord sagte Masai Russell im Interview mehrmals:
«I am over the Moon!»
Diese vollkommen unterschiedlichen Beispiele zeigen astrologisch betrachtet etwas Wichtiges:
Eine Eklipse kann Erschütterung und Abschied bedeuten, aber genauso Durchbruch. Ende und Anfang.
Der gemeinsame Nenner ist für mich der Shift.
Etwas ist danach nicht mehr so wie vorher – im Aussen oder in uns selbst.
Manchmal verändert sich «nur» unsere Sicht auf eine Situation.
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Was geschieht bei einer Mondfinsternis?
Eine Mondfinsternis ist grundsätzlich ein Vollmond, bei dem Sonne, Erde und Mond besonders genau auf einer Linie stehen. Die Erde befindet sich zwischen Sonne und Mond, und ihr Schatten fällt auf den Mond.
Astrologisch wird eine Mondfinsternis als potenzierter Vollmond gewertet.
Und weil Finsternisse immer in der Nähe der Mondknotenachse stattfinden, kommt jene besondere schicksalhafte oder karmische Qualität hinzu, die wir astrologisch mit Wendepunkten, Entwicklung und manchmal auch mit Dingen verbinden, die sich unserer Kontrolle entziehen.
Fische trifft Jungfrau: fühlen, klären, integrieren
Bei dieser Mondfinsternis stand der Mond im sensiblen Wasserzeichen Fische, die Sonne gegenüber im präzisen Erdzeichen Jungfrau. Fische ist traditionell Jupiter und in der modernen Astrologie auch Neptun zugeordnet. Hier betreten wir eine völlig andere Landschaft als bei der Löwe-Sonnenfinsternis.
Fische steht unter anderem für:
Träume und das Unbewusste
Intuition und Feingefühl
Mitgefühl und Verbundenheit
Spiritualität und Hingabe
aber auch Illusion, Grenzenlosigkeit und Verwirrung
Verlorenheit, Trauer oder das Gefühl, keinen festen Boden mehr unter den Füssen zu haben
Auf der gegenüberliegenden Seite steht die Jungfrau:
Analyse und Unterscheidungsvermögen
Alltag und Routinen
Körper und praktische Selbstfürsorge
Ordnung, Klärung und Verbesserung
Präzision und die Fähigkeit, genau hinzuschauen
das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden
Die Fische-Jungfrau-Achse begleitet uns schon länger: Diese Mondfinsternis ist Teil einer Eklipsenserie, die von September 2024 bis Februar 2027 läuft.
Ein zentrales Thema lautet:
Was fühlen oder ahnen wir – und was hält einer genaueren Betrachtung stand?
Die Jungfrau-Sonne bringt Klarheit in die Fische-Welt. Illusionen können sich lösen, Wünsche oder Ideale neu eingeordnet werden. Gleichzeitig kann etwas, das in den vergangenen Wochen geschehen ist, emotional erst jetzt wirklich ankommen.
Diese Mondfinsternis ist deshalb auch ein Realitätscheck – und eine Phase der Integration.
Intensive Träume, stärkere Gefühle oder ein grösseres Ruhebedürfnis passen gut in diese Tage. Auch bei mir beobachte ich seit einigen Tagen extreme Träume und dass mein Unterbewusstsein gerade stark am Aufräumen ist. Genügend Schlaf, Erholung und etwas mehr Raum zwischen den Dingen können besonders wohltuend sein.
Uranus: Der grosse Unruhestifter dieser Mondfinsternis
Und nun kommen wir zu einer der wichtigsten Signaturen dieser Finsternis.
Sonne und Mond stehen in einem extrem engen Quadrat zu Uranus in Zwillinge.
Damit entsteht ein sehr enges veränderliches T-Quadrat zwischen Fische, Jungfrau und Zwillinge. Das ist eine starke Spannungskonstellation.
Uranus steht astrologisch unter anderem für:
plötzliche Veränderungen und Überraschungen
Brüche mit dem Bisherigen
Befreiung aus festgefahrenen Situationen
unerwartete Informationen und Erkenntnisse
Unruhe und elektrische Spannung
Beschleunigung
den Moment, in dem etwas schlagartig anders gesehen wird
Uranus macht diese Mondfinsternis deutlich unberechenbarer.
Er beschleunigt den Realitätscheck der Fische-Jungfrau-Achse.
Merkur steht ebenfalls eng bei der Sonne und im Quadrat zu Uranus – Erkenntnisse, Nachrichten oder Gespräche können deshalb zum Auslöser einer überraschenden Wende werden.
Die Eklipsenphase klingt ab – ihre Wirkung nicht unbedingt
Mit dieser Mondfinsternis liegt nun auch die zweite exakte Finsternis dieser August-Eklipsensaison hinter uns. Die intensivste Phase klingt damit langsam ab.
Das bedeutet aber nicht, dass am 29. August plötzlich alles vorbei ist.
Die Wirkung von Eklipsen kann sich über Wochen und Monate weiter entfalten.
Gleichzeitig läuft Jupiter auf ein harmonisches Trigon mit Saturn zu, das am 31. August exakt wird. Wachstum und Struktur, Vision und Realität können dadurch wieder besser miteinander verbunden werden.
Parallel baut sich ein Quadrat zwischen Mars und Saturn auf, das am 1. September exakt wird. Hier zeigt sich nochmals eine andere Spannung:
Wo trifft unser Wille auf Grenzen?
Wo braucht etwas Ausdauer oder Geduld?
Und wo ist vielleicht nicht mehr Druck, sondern eine Kurskorrektur gefragt?
Ein erfreulicher Wendepunkt
Bei mir selbst zeigte sich diese Eklipsenzeit konkret – und mit einem erfreulichen Wendepunkt: Einen Tag vor der Sonnenfinsternis bekam ich die Chance, einen ersten öffentlichen Auftritt als Astrologin wahrzunehmen: auf einem Panel mit Selbständigen vor ungefähr 170 Menschen. Puuh. Und das nach fünf Jahren Einsatz als grossmehrheitliche Schreibtischtäterin für Astrologie Heute.
Die Löwe-Sonnenfinsternis fand in meinem 5. Haus statt – dem Sonnenhaus der Kreativität, Selbstverwirklichung bzw. Selbständigkeit und der Bühne.
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Wie hast du diese Eklipsenzeit erlebt?
Besonders prägend kann die Mondfinsternis für dich sein, wenn du persönliche Planeten oder Achsen zwischen 0 und 10 Grad Fische, Jungfrau, Zwillinge oder Schütze hast.
Falls du die Daten nicht zur Hand hast, kannst du dich auch fragen:
Was hat sich seit Anfang August in meinem Leben, in meinem Erleben oder in meiner Sicht auf etwas verschoben?Was sehe ich heute anders als noch vor drei oder vier Wochen?
Vielleicht war es ein äusseres Ereignis.
Vielleicht eine Begegnung.
Vielleicht eine Erkenntnis.
Vielleicht hat sich etwas verabschiedet.
Oder etwas Neues hat begonnen, das du noch gar nicht richtig einordnen kannst.
Manches ist offensichtlich. Manches beginnt ganz leise. Und manches verstehen wir erst viel später.
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⚡Das Wichtigste in Kürze
Die Mondfinsternis auf 4°54' Fische bringt die Fische-Jungfrau-Achse in den Fokus: Gefühl und Wirklichkeit/Realität, Hingabe und Unterscheidungsvermögen, Intuition und rationale Analyse.
Das extrem enge Quadrat zu Uranus war eine der wichtigsten Signaturen dieser Finsternis. Entwicklungen können sich beschleunigen, etwas kann unerwartet kippen – oder wir sehen eine Situation schlagartig anders.
Die Mondknotenachse bringt das Thema Entwicklung und Loslassen ins Spiel: die Vergangenheit annehmen und dort loslassen, wo etwas tatsächlich zu Ende geht.
Gleichzeitig steckte in dieser Mondfinsternis eine Öffnung in Richtung Zukunft. Eine Erkenntnis, Begegnung oder unerwartete Entwicklung kann eine neue Tür öffnen.
Die Zeit kann sich emotional, elektrisch und reizintensiv anfühlen. Genügend Ruhe, Schlaf, Erholung und Raum zwischen den Dingen können deshalb besonders wohltuend sein.
Von Herzen ༺ ✦ ༻
Barbara
Kissing the Stars







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